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Unterwegs mit dem historischen Tren de Sóller

Ein Familienausflug mit dem Roten Blitz nach Port de Sóller

Fahrt mit dem Tren de Soller

Für viele Mallorcaurlauber ist die Fahrt mit dem Tren de Sóller, dem sogenannten „Roten Blitz“, ein absolutes Muss. Ohne Kind reizte uns die Fahrt bislang nur mittelmäßig, aber mit dem Rocker machten wir uns im Frühjahr nun auch auf den Weg: mit dem Roten Blitz von Palma nach Sóller und weiter nach Port de Sóller!Bahnstation Tren de Soller in Palma
Roter Blitz Mallorca

Die Bahnstrecke und der Tren de Sóller sind über 100 Jahre alt

Die Bahnstrecke wurde am 14. April 1912 eröffnet, ist also nunmehr über 100 Jahre alt. In der Anfangszeit wurde die Bahn hauptsächlich zum Transport landwirtschaftlicher Güter aus Sóller, vor allem für die bekannten Orangen, genutzt. Vorher war Sóller nur auf Karrenpfaden über den Coll de Sóller oder auf dem Seeweg erreichbar. Die zum Bau gegründete Aktiengesellschaft besteht noch heute. Die Bahn wird jedoch nur noch für touristische Zwecke genutzt.

Der Tren de Sóller durchfährt auf dem Weg nach Sóller  insgesamt 13 Tunnel mit einer Länge zwischen 33 bis 2.876 Metern. Er fährt über mehrere Brücken, unter anderem über das Viadukt „Cinc-Ponts“ mit fünf Bögen von einer Höhe von 8 Metern. Die Kurven, die der historische Zug zurücklegt, haben teils einen Radius von weniger als 190 Metern. Ein wirkliches Abenteuer also!

Unterwegs mit dem Tren de Soller

Das Abenteuer startet an der Plaça España in Palma

An der Bahnstation in der Nähe der Plaça España geht die Fahrt los. Um den Tag entspannt verbringen zu können und auch Zeit in Port de Sóller zu haben, starteten wir mit einem der ersten Züge. Den Fahrplan und die Streckenabschnittspreise findet Ihr hier. Wer mag, kann den Tag mit einem leckeren Frühstück im Café des Restaurants La Parada beginnen oder sich dort an der Theke ein belegtes Baguette und einen Kaffee mitnehmen. Die Kids freuen sich über ein Croissant.

Nachdem der Zug ruckelnd die Stadt verlassen hat, geht es vorbei an Feldern, weiter in die Ausläufer des Tramuntana Gebirges. Es huschen Oliven- und Mandelbäume vorbei, nach und nach taucht man ins Gebirge ein. Knapp drei Kilometer vor dem Túnel Major ist der einzige Haltepunkt des Tren de Sóller, das Städtchen Bunyola. Hier können noch Gäste zusteigen, sofern der Zug nicht ausgebucht ist.

Bunyola

Weiter geht es in die Bergwelt, von Tunnel zu Tunnel. Die Dunkelheit in den Tunneln, die Feuchtigkeit und der moosartige Geruch wechseln sich mit wärmenden Sonnenstrahlen, dem Ausblick in die Berge, Bäumen, Palmen und weidenden Tieren ab. Der Ausblick ist beeindruckend und immer wieder ist man gefangen vom Panorama und der Tatsache, dass Mallorca so viel mehr ist, als nur eine „Badeinsel“. Aber das wissen wir zum Glück ja schon lange. 

Im Zug selber ist es wuselig und laut: Familien, Gruppen, Paare – alle brabbeln durcheinander, Ah’s und Oh’s, das Rattern des alten Zuges auf den Schienen.

13 Tunnel durchfährt der Tren de Sóller bis nach Sóller

Hinter dem fast 3 km langen Scheiteltunnel gibt es einen Fotostop, den man unbedingt nutzen sollte: Hoch über Sóller hat man eine wirklich beeindruckende Aussicht auf Sóller. Dies ist auch die Begegnungsstelle der Züge, der Mirador del Pujol d’en Banya. Der Zug hält hier für einige Minuten und das Aussteigen lohnt sich wirklich!

Aussichtspunkt Tren de Soller
Aussichtspunkt Tren de Soller
Ausblick auf Soller

Danach geht es weiter bis nach Sóller. Das Städtchen inmitten des Tramuntana Gebirges ist vor allem für seine Orangen bekannt und ist auch als ‘Tal des Goldes’ bekannt. Hier sollte man unbedingt ein Orangeneis essen! 

Entweder steigt man dann gleich in die nächste Tram nach Port de Sóller oder man entdeckt die hübschen Gassen und Plätze Sóllers. Samstags ist hier Wochenmarkt. Das heißt: Es wird voll, allerdings gibt es auch viel zu entdecken!

Bahnhof in Soller
Orangensaft in Port de Soller
Tren de Soller

Wer nach Port de Sóller weiter möchte, nimmt dann die besagte Tram, die „Tramvia de Sóller“. Die Tram fährt vom Bahnhofsvorplatz direkt durch die Innenstadt, vorbei an Passanten und Cafés, weiter durch Zitronenhaine bis direkt in den Hafen von Port de Sóller. Auf der Strecke ruckelt die Tram mit maximal 30 km/h durch die hübsche Landschaft. Nach rund 15 Minuten kommt man dann in der beliebten Hafenstadt Port de Sóller an.

Port de Soller
Vincent im Tren de Soller

Hier kann man ohne Probleme einige Stunden verbringen. Wer Badesachen im Gepäck hat, kann den Aufenthalt für ein paar Stunden am Strand nutzen. Entlang des Hafenbeckens gibt es zahlreiche tolle Restaurants, in denen man sich verwöhnen lassen kann. Und: Das neu eröffnete Bikini Island & Mountain Hotel oberhalb des Hafens bietet tagsüber leckere Snacks an der Poolbar an.

Zurück geht es mit tollen Eindrücken im Gepäck

Zurück geht es auf dem gleichen Weg. Plant aber für die Rückfahrt einen Puffer in Sóller ein, denn: die gebuchte Rückfahrtszeit ist bindend! Bei Kauf der Tickets muss man sich nämlich gleich schon für die Fahrtzeit entscheiden, da die Plätze im Zug ja begrenzt sind.

Nach dem Umsteigen in Sóller und der einstündigen Rückfahrt ist der Rocker dann erledigt – wir aber auch. Bei großer Hitze würde ich den Ausflug wohl eher verschieben. Der antike Tren de Sóller verfügt über keine Klimaanlage und je nach Einfallswinkel der Sonne, wird es hinter den einfachen Glasscheiben schnell heiss.Tickets Tren de Soller

Praktische Hinweise:
– Die Karten nach Sóller kosten hin & zurück 25,00€ für Ertwachsene. Wenn man auch gleich das Bahnticket bis Port de Sóller mitkauft, kostet die gesamte Strecke 32,00€. Kinder bis 3 Jahre sind frei, danach kosten sie bis zu einem Alter von sechs Jahren 16,00€. Tipp: an der Kasse im Bahnhof ist ausschließlich Barzahlung möglich. Das sollte man bei den doch happigen Fahrtpreisen vorher unbedingt wissen.
– Achtung: An die bei Ticketkauf gewählte Uhrzeit ist man gebunden! Nur bei der Fahrt mit der Strassenbahn kann man die Abfahrtszeit selber bestimmen.
– Für alle, die ihren (Miet)Wagen im Parkhaus an der Plaça España abstellen: Gegen Vorlage des Bahntickets erhält man 40% Rabatt auf den Parkpreis.
– An Samstagen sollte man einen Halt in Sóller zeitlich miteinplanen. Dann ist Wochenmarkt und die nette Stadt in den Bergen bietet wuseliges Markttreiben vor hübscher Kulisse.
– Kinderwagen können nicht wirklich transportiert werden, Kinderkarren müssen ja nach Größe zusammengeklappt oder auseinander gebaut werden. Platz hierfür ist nur auf dem kleinen „Balkon“ am Waggon.
– Im Zug kann man keine Getränke oder Snacks erwerben – alles einpacken!

Ich wünsche Euch viel Freude bei der Fahrt mit dem Roten Blitz und beim Erkunden der hübschen Städte Sóller und Port de Sóller!

Eure
Jana

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